Eine messerscharfe Angelegenheit!

avocado-1838785_1280

Neulich hatte ich Gäste eingeladen. Ich kochte für sie ein leckeres Menü, bestehend aus Kürbissuppe, Hähnchen-Kartoffel-Gemüse-Auflauf und Panna cotta. Dabei gab es jede Menge zum Schnippeln und Schneiden, vor allem jede Menge an Gemüse und das Fleisch. Dabei fiel mir zweierlei auf: meine Messer schneiden zum Teil absolut schlecht und man benötigt für viele Arbeiten ein unterschiedliches Messer: Das kleine, „billige“ Messer mit Wellenschliff wurde recht gut mit dem Gemüse fertig, Kartoffeln akzeptierte es gerade noch, aber beim Kürbis und den Karotten streikte es dann. Die waren ihm zu hart und vor lauter Angst um meine Finger stieg ich auf ein längeres, stabileres Messer um.

Dieses half mir dann ganz gut beim harten Gemüse, denn rohe Gewalt siegte, stellte sich aber beim Fleisch entsprechend ungeschickt an. Da bemerkte ich – es ist absolut stumpf.

Am nächsten Tag – das Essen war trotz allem sehr gut gelungen und es wurde ein unglaublich netter Abend – ließ ich das Kocherlebnis noch einmal Revue passieren. Und stellte mir die Frage: Für welchen Zweck benötigt man welches Messer?

Bei meiner Recherche stieß ich auf eine so große Vielzahl an Messern, dass ich erst mal komplett überfordert war. Hier habe ich für euch mal einen kleinen Überblick zusammengestellt.

Es gibt:

Kochmesser, ein Allrounder, den ihr für fast alle anfallenden Arbeiten einsetzen könnt wie Fisch, Fleisch oder Gemüse schneiden. Dieses gibt es in verschiedenen Längen.

Schälmesser, auch Tourniermesser genannt. Es ist durch seine geschwungene Klinge ideal zum Schälen und Putzen von Gemüse geeignet.

Gemüsemesser mit kurzer, gerader Klinge. Ihr könnt damit Gemüse putzen, fein säuberlich schneiden und sogar kunstvoll dekorieren.

Spickmesser, auch Allzweckmeser genannt, ist ein Allrounder. Durch seine schlanke, spitze Klinge können Fleisch und Geflügel einfach gespickt werden. Aber auch zu allgemeinen Schäl- und Schneidearbeiten von Obst oder Gemüse könnt ihr es super verwenden.

Wiegemesser, ein Spezialmesser für Kräuter. Kann aber auch durch eine Kräuterschere oder die Küchenmaschine ersetzt werden. Und natürlich durch ein gut schneidendes Kochmesser.

Filetiermesser verfügen über eine dünne, schmale Klinge. Diese macht sie besonders geeignet zum Schneiden und Filetieren feiner Fleischstücke. Ein Alleskönner, der durch seine ausgeprägte Schärfe und das robuste Material in keiner Küche fehlen darf.

Tomatenmesser sind besonders für Tomaten und Paprika wegen ihrer widerstandsfähigen Haut geeignet. Sie haben einen Wellenschliff.

Brotmesser, ideal für harte Brotkrusten oder knusprige Braten. Seine Klinge ist sehr lang und hat einen dauerhaften Säge- oder Wellenschliff.

Immer mehr im Kommen sind bei uns die asiatischen Messerformen. Dazu gehören das

Santokumesser, ein japanisches Multitalent für Fisch, Fleisch und Gemüse. Sehr robust und widerstandsfähig, oft aus Damaststahl. Im Gegensatz zum europäischen Kochmesser ist die Klinge breiter, dünner und nicht ganz so spitz.

Nakirimesser, der Liebling aller Vegetarier. Es ähnelt zwar einem Hackbeil, kann aber nicht für Knochen oder Gräten verwendet werden. Das beidseitig geschliffene Messer ist ideal zum Hacken, Putzen und Schneiden von Kräutern und Gemüse.

Chinesisches Kochmesser, es ist noch wuchtiger als das Nakiri. Dabei handelt es sich um ein enorm scharfes Messer, das in der traditionellen chinesischen Küche vielseitig verwendet wird.

Neben den oben genannten Messern gibt es noch Spezialmesser wie Käsemesser, Dessertmesser, Ausbeinmesser oder Tortenmesser, die sich ganz nach den Vorlieben in eurem Haushalt richten.

Was für Messer benötige ich jetzt eigentlich in meinem ganz normalen Haushalt? Für mein Obst und Gemüse schwöre ich immer noch auf die ganz normalen kleinen Wellenschliff-Messer, sie sind handlich und so scharf, dass auch Tomaten keine Chance haben. Auch ein Brotmesser muss zum Inventar gehören. Für meine langen Fleischmesser werde ich jetzt erst einmal einen Messerschärfer anschaffen.

Auch auf die richtige Pflege meiner Messer werde ich künftig besser achten:
– Ein gutes Messer darf nicht in die Geschirrspülmaschine, es muss von Hand gespült werden.
– Wichtig ist auch die Unterlage, auf der geschnitten wird. Bretter aus Holz oder Kunststoff schonen die Klinge, während Glas und Stein abstumpfend wirken.
– Bewahrt die Messer lieber einzeln auf, lose in der Schublade werden sie stumpf. Dekorativ und praktisch sind Messerblöcke, aber auch Magnetleisten oder Schubladeneinsätze sind wirkungsvoll.
– Zum Nachschärfen wird ein guter Wetzstahl oder ein Messerschärfer empfohlen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.